Betriebliche Prävention

Betriebliche Prävention als Investition in die Zukunft des Standortes Deutschland – das sollte konkret passieren:

Vorgabe klarer politischer Ziele:

Aktuell gibt es keine gesetzliche Regelung zur Gesundheitsvorsorge. Die Bundestagsfraktionen von Bündnis 90/ Die Grünen und der SPD haben Anträge für ein Gesetz zur Regelung von Prävention und Gesundheitsförderung sowie die Einführung einer Anti-Stressverordnung eingereicht. Darin fordern sie unter anderem die Anhebung des Mindestausgabenrichtwerts für Krankenkassen. Dieser ist derzeit mit 2,86 Euro pro Versichertem zu niedrig für nachhaltig erfolgreiche Maßnahmen. Deshalb wurde ab 2014 die Erhöhung des Satzes der Primärintervention (SGB V §20 Abs.2) auf 6 EURO erhöhr.

Transparente Rahmenbedingungen und sinnvolle Anreize für Prävention in Unternehmen:

Präventivmaßnahmen werden von Seiten des Finanzamts mit einem Steuerfreibetrag von 500 Euro pro Kopf und Jahr gefördert. Dieser Steuerfreibetrag kommt allerdings nicht Unternehmen, die Prävention betreiben, zu Gute. Die Entlastung geht vielmehr zugunsten des Mitarbeiters. Von Arbeitgeberseite muss diese Steuerentlastung des Mitarbeiters im Einzelfall mit lokalen Finanzbeamten verhandelt werden. Diese aufwändige Administration schafft also keine wirklichen Anreize, sondern eher Hürden.

Schaffung von Anreizen zur Entwicklung betrieblicher Präventionskonzepte durch die Krankenkassen:

Die Aktivitäten einzelner Krankenkassen werden bis dato weder ausreichend gefördert noch geprüft und unterstützt. Betriebskrankenkassen, deren Investitionen in Vorsorgemaßnahmen deutlich über dem Richtwert von 6 Euro pro Mitarbeiter (ab 2014) jährlich liegen, laufen im Gegenteil sogar die Gefahr, vom Bundesversicherungsamt abgemahnt zu werden.

Ausbau der Arbeitsmedizin zu einer zentralen Säule der Gesundheitsvorsorge in Deutschland:

Betriebsärzte erreichen auch diejenigen Menschen, die aus eigener Initiative keine präventiven Maßnahmen ergreifen. Bei der Förderung werden sie jedoch benachteiligt: Kostenübernahme für Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen oder Krebsvorsorge stehen nur Hausärzten zu, betrieblichen Ärzten jedoch nicht.

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